Nachteilsausgleich - Fragen & Antworten

Was bedeutet "Nachteilsausgleich"?

Wenn Schülerinnen und Schüler durch ihre Beeinträchtigung im Unterricht und besonders bei Leistungsnachweisen Nachteile haben, so streben wir an, diesen Nachteil durch entsprechende Maßnahmen möglichst auszugleichen. Ziel ist es, eine für alle gerechte Bewertungssituation zu schaffen. Dabei geht es nicht um eine fachliche Reduzierung von Unterrichtsinhalten oder Aufgabenstellungen.

Für wen kommt ein Nachteilsausgleich in Frage?

Alle beeinträchtigten Schülerinnen und Schüler, die im Unterricht, aber vor allem bei Leistungsnachweisen einen Nachteil durch ihre Beeinträchtigung haben, haben ein Anrecht auf den Nachteilsausgleich. Dieser soll sie in die Lage versetzen, die geforderte Leistung zu erbringen, statt sie davon zu befreien.

Wer entscheidet über die Festlegung und Art des Nachteilsausgleiches?

Die jeweilige Fachlehrkraft sowie das Integrationsteam (ggf. in Absprache mit der Förderlehrkraft) entscheiden über die Art und den Umfang eines Nachteilsausgleiches. Dies geschieht individuell für jeden einzelnen Schüler entsprechend seiner Möglichkeiten.

Gerechtigkeit des Nachteilsausgleiches?

Immer wieder einmal kommt die Frage auf, ob denn dieser Nachteilsausgleich gerecht sei. Ja - er schafft erst eine gerechte Form der Leistungsmessung! Zwei Beispiele: Jugendliche mit einer Muskelerkrankung oder einer halbseitigen Lähmung können Klassenarbeiten nicht in derselben Zeit bewältigen wie ihre Mitschüler ohne Beeinträchtigung. Hörbeeinträchtigte müssten eine viel höhere Konzentrationsleistung erbringen, wenn sie das Diktat im Klassenverband mitschreiben würden. Es ist uns wichtig, dies den Mitschülerinnen und Mitschülern frühzeitig zu erklären und transparent zu machen.

Formen des Nachteilsausgleiches

  • Förderunterricht
  • Kopieren von Mitschriften, Tafelbildern o.ä. - Zeitverlängerung bei schriftlichen Leistungsnachweisen
  • Bearbeitung von Leistungsnachweisen in Raum 114
  • Erledigung der Aufgaben am Computer - auch sprachgesteuert
  • Benutzung eines Laptops auch im Unterricht
  • Einzeldiktate
  • Schreibhilfe durch pädagogische Fachkräfte
  • Physiotherapie statt Sportunterricht