Latein - Wurzel der europäischen Kultur

Am WRG kann Latein ab der 6. Klasse als 2. Fremdsprache erlernt werden. Wer sich zunächst lieber für Französisch entscheidet, kann Latein immer noch zu Beginn der 9. Klasse als 3. Fremdsprache wählen. Das Latinum ist ein bundeseinheitlich anerkannter Abschluss. Es wird an manchen Universitäten für das Studium naturwissenschaftlicher oder geisteswissen-schaftlicher Fächer, romanischer Fremdsprachen oder Theologie verlangt. Am Gymnasium wird das Latinum von dem Schüler nach 5 Jahren Lateinunterricht (bei einer mindestens ausreichenden Leistung) erworben und mit dem Abiturzeugnis verliehen.

Warum Latein lernen?

Wer Latein lernt, beschäftigt sich mit den Wurzeln der europäischen Kultur. Die europäische Wertegemeinschaft und Gesellschaft ist aus der Vergangenheit heraus geprägt: Im Lateinunterricht lernen die Schülerinnen und Schüler in der Beschäftigung mit dem Gedankengut der Griechen und Römer in dieser Tradition zu denken: So hat sich zum Beispiel schon Cicero die Frage nach der idealen Staatsform gestellt. Der Philosoph Seneca setzte sich mit möglichen Wegen zu einem erfüllten Leben, der Frage nach dem Wesen wahrer Freundschaft, sowie dem richtigen Umgang mit der Zeit auseinander. Fragen von bleibendem Wert werden aufgegriffen und neu durchdacht. Doch nicht nur in unserer Kultur, sondern auch in unserer Sprache, wie in vielen modernen Fremdsprachen lebt das Lateinische weiter: im Italienischen, Spanischen, Französischen und Englischen. Finden sich in ihrem Badezimmer Nivea (niveus: schneeweiß), Zahnpasta von Dentagard (dens, dentis: Zahn), Labello (labellum: Lippen) oder ein Fructis Haarshampoo (fructus: die Frucht)? Neben Fremd- und Lehnwörtern greifen auch viele Produkte, die wir täglich nutzen direkt oder indirekt auf das Lateinische zurück. Nicht nur in diesem Sinne ist Lateinunterricht zugleich Deutschunterricht. Beim Übersetzen wird ein kleines Stück Sprache unter die Lupe genommen. Das Lateinische soll nicht nur grammatikalisch korrekt, sondern auch inhaltlich verständlich wiedergegeben werden. Auf diese Weise trainiert der Lateinunterricht neben der Konzentration und Genauigkeit zu beobachten und zu analysieren, die Fähigkeit die deutsche Sprache treffsicher und überlegt zu verwenden.

Wie wird Latein gelernt?

Inhaltlich werfen die Schülerinnen und Schüler zunächst einen Blick in den Alltag der römischen Antike: Wie lebte es sich auf dem Land, bzw. in der Stadt Rom? Sie lernen das Gesellschaftssystem der Römer, ihre Götter, Mythen und ihre Geschichte kennen. Im Gegensatz zum Französischen hat das Erlernen des Lateinischen nicht das Ziel sich in dieser Sprache verständigen zu können. Das Lateinische wird zwar im Vorlesen im Unterricht zu Gehör gebracht, die Auseinandersetzung mit den lateinischen Texten erfolgt jedoch auf Deutsch. Durch Beobachtung und Analyse werden grammatikalische Regeln aufgestellt und Inhalte sinntragend wieder-gegeben. Das heißt, dass die Schülerinnen und Schüler Latein auch schriftlich nicht eigenständig formulieren müssen, sondern übersetzen. Grundsätzlich kommt ein historisches Interesse an Leben und Denken der Römer dem Erlernen des Lateinischen entgegen. Ausdauer beim Erlernen von Vokabeln wie Grammatik erfordert das Lateinische ebenso wie das Französische.

Ohne Fleiß keinen Preis: Die literarische Studienfahrt nach Rom war im Sommer 2015 eine willkommene Abwechslung vom Unterricht im Klassenzimmer.